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Karikatur mit Photoshop selber machen
Intro
Wer sich mal einen Scherz mit einem Mitarbeiter oder Chef erlauben will, kann Ihn karikaturieren. Auch zu Geburtstagen oder sonstigen Anlässsen ist eine Karikatur immer angebracht. Wer keine ausgeprägten zeichnerischen Fähigkeiten vorzuweisen hat, kann am Computer wahre Wunder vollbringen. Lernen Sie in diesem ausführlichen Photoshop Tutorial, wie Sie eine Karikatur mit Photoshop selber machen können.
Mit einfachen Tricks zeigt Ihnen Doc Baumann von DOCMA wie man eine gute Karikatur selber machen kann
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Schritt 1: Hintergrund zum Bild
Das vorwiegend von Rockern gelesene Monatsmagazin Bikers News hatte sich als Parodie auf die derzeit grassierende TV-Pest namens „Deutschland sucht den Super- …“ einen Aprilscherz ausgedacht: „Die Szene sucht den Super-Rocker“. Um herauszufinden, ob sie der landläufigen Vorstellung eines Rockers entsprechen, sollten die Leser einen Fragebogen ausfüllen, dessen Alternativen mit allen Vorurteilen zu diesem Begriff gespickt waren. Dass die Redaktion dabei eine Menge Spaß hatte, ist kaum erwähnenswert – weniger ins Bild vom bösen und ganz gewiss humorlosen Schläger mit Tattoos und Lederjacke passt, dass auch die deutsche Rocker-Szene sich köstlich darüber amüsierte.
Ich hatte das Vergnügen, zu diesem Aprilscherz das Titelbild zu liefern. Da ich seit einem Viertel Jahrhundert Reportagen über diese Szene mache und allein aus den USA rund fünfzigtausend Dias und Digitalfotos in meinem Archiv liegen, war es nicht schwer, die Zutaten für eine passende Collage zu finden. Ich wollte den prototypischen Rocker darstellen – mit dicken Muskeln, tätowiert, Zuhälter-Goldkettchen um den Hals, Baseballschläger unterm Arm, nichts als Bikes und Sex im Kopf (Letzteres sieht man allerdings erst bei genauerer Betrachtung). Allerdings sollte diese Visualisierung die vorgeblichen Merkmale auch gleichzeitig in Frage stellen. Eine Karikatur ist ein Balanceakt; sie soll das Typische überdehnen und akzentuieren, aber das Gemeinte dennoch erkennbar bleiben lassen. In diesem Fall schwankte sie zudem zwischen verschiedenen Polen: Dem Betrachter im Zeitschriftenhandel sollte das Motiv auffallen, ohne ihn zu Tode zu erschrecken, der typische Leser aus der Szene sollte sich selbst in boshafter Übersteigerung erkennen und gleichzeitig die Überspitzung als solche schmunzelnd zur Kenntnis nehmen. (Auch zum Szene-internen Bild gehört übrigens das Böse-gucken, soweit man es hinter der Sonnenbrille erkennen kann. Insofern ist ein breit grinsender Rocker eine Durchbrechung der Erwartungshaltung beider Zielgruppen und damit ein visuelles Signal, das Aufmerksamkeit erweckt.)
Schritt 2: Teilelemente des Bildes
Im Großen und Ganzen entstand dieses Bild trotz der hier wiedergegebenen Vorüberlegungen eher intuitiv und ohne Vorskizzierung. Das Ergebnis verdankt sich vor allem dem gefundenen Material, dessen Auswahl zwar durchaus klaren Kriterien entsprach, was aber nicht unbedingt bedeutet, dass diese bereits im Prozess des Entstehens eindeutig artikuliert worden wären. (Was in der Regel ja auch nicht unbedingt nötig ist, wenn man allein arbeitet.)Bestimmte Elemente waren von Anfang an klar: Ich brauchte zunächst das Foto eines Mannes mit muskelbepackten Armen; das fand ich auf einer CD meiner Corel Photo Stock Library. (Ich kann Ihnen versichern, dass es ziemlich arbeitsaufwendig war, diese 80 000 Digitalbilder mit großer Vorschau in die von mir benutzte Bilddatenbank Portfolio von Extensis zu übertragen und dort zu verschlagworten, aber nachdem das in ein paar Wochen erledigt war, ist es nun eine wahre Freude, in Sekundenschnelle eine Auswahl geeigneter Motive auf dem Monitor zu haben. Und das bei einer Datenbankgröße von knapp 700 MB.)Die Sichtbarkeit der Arme brachte bestimmte Konsequenzen mit sich: Sie erlaubte einerseits das Aufbringen von Tätowierungen, machte aber gleichzeitig eine Lederjacke als Kleidung unmöglich. Also brauche ich ein T-Shirt oder etwas Vergleichbares, und zwar möglichst aus derselben Richtung aufgenommen. Und natürlich sollten diese Muskeln dank Photoshops „Verflüssigen“ zu wahren Gebirgen anschwellen. Das Element mit den schiefen Zähnen hatte ich nicht geplant, aber da der Typ breit grinsen sollte, bot sich die Verwendung des Fotos unmittelbar an. Nein, die Zähne sind nicht echt. In Daytona Beach in Florida, wo ich die entsprechende Aufnahmen machte, waren solche Einsätze ein paar Jahre lang der große Hit. Auch die Zigarre stammt von dort, die Tätowierungen, das Bild des Helms mit den gewaltigen Hörnern – der allerdings, wie ich später aus einem Leserbrief erfuhr, ein Import aus Germany war.Entgegen gängigen Anschauungen laufen Rocker nicht die ganze Zeit mit einem Baseballschläger unterm Arm herum, so dass sich ein solches Exemplar in meinem Archiv nicht fand. Bilder von Baseballschlägern kann man jedoch mit geringem Auswand selbst machen; alles, was man dazu braucht, ist Illustrator CS oder ein 3D-Programm: Sie zeichnen die Kontur im Längsschnitt, lassen sie um die Längsachse rotieren und tragen ein in Photoshop vorbereitetes Bild mit einer Holzstruktur auf. Ich habe dafür einfach ein Brett verwendet. Die beiden roten Streifen habe ich später in Photoshop dazugemalt, weil ich die zuvor für die Oberfläche der Illustrator-Datei vergessen hatte.
Schließlich blieb neben vielen winzigen Details – etwa Glanzlichtern auf Metall und Muskeln oder manuell hinzugemalten Ringen – der Hintergrund übrig. Der Slogan „Die Szene sucht den Super-Rocker“ klingt nach öffentlicher Präsentation. Bei einem großen Treffen im südenglischen Kent hatte ich vor 16 Jahren bei einer Motorrad-Prämierung Fotos von der Bühne aus gemacht. Die eigneten sich hervorragend. Himmel austauschen, alles mit dem neuen „Verwackeln“ unscharf filtern, Stimmung durch eine darüber eingezogene Farb-Ebene verändern, damit war die Karikatur für das Cover fertig.
Kosten: gering
hoch
Schwierigkeit: gering
hoch

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