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Photoshop: Bild nachträglich schärfen
Intro
Die schönsten Bilder sind immer unscharf. Murphys law kann man jedoch austricksen indem man die Bilder mit Photoshop nachbearbeitet. Hierbei führen viele Wege zum Ziel der perfekten Schärfe. Egal ob unscharf Maskieren, LAB-Schärfung, Doppelte USM oder andere einfache Tricks, hier ist sicherlich auch etwas für Sie dabei. In der Anleitung der Photoshop Experten von DOCMA können Sie die Vorgänge Schritt für Schritt verfolgen.
Schärfe ist ein zentrales Thema in der Fotografie. Viele Amateure neigen dazu, die Qualität eines Bildes maßgeblich an der Schärfe zu bemessen. Für sie hat eine Kamera oder ein Objektiv nur dann Wert, wenn deren Ergebnisse in allen Details scharf sind. Um das zu erreichen, geben sie viel Geld aus und tauschen regelmäßig die Bestandteile ihrer Fotoausrüstung aus. Profis dagegen wollen nicht nur scharfe Fotos, sondern sie möchten die Schärfe im Bild hundertprozentig kontrollieren können. Um das zu erreichen, geben sie noch mehr Geld aus. Schließlich erfordert jede Bildkomposition spezielle Ausrüstungsgegenstände.
Was aber ist nun Schärfe eigentlich genau? Eine verallgemeinerbare Definition gibt es im Grunde nicht. „Schärfe“ steht für eine Wahrnehmungsempfindung, die hauptsächlich auf Kontrast und Auflösung beruht. Wir empfinden ein Bild als scharf, wenn wir dort feinste Details ebenso erkennen wie klar voneinander getrennte Strukturen. Entsprechend entsteht Unschärfe als Abbildungsmangel – gewollt oder ungewollt – durch das Fehlen dieser Merkmale. Ursachen dafür können neben einer schlechten Optik, einem mangelhaft auflösenden Bildchip oder Film auch Luftflimmern oder flaue Lichtverhältnisse sein. Seit es die digitale Bildbearbeitung gibt, ist noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen. Neben der optischen Aufzeichnungsleistung besteht die Möglichkeit, fehlende Schärfe nachträglich hinzuzurechnen.
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Schritt 1: Schärfe in der Fotographie
Die Wunschvorstellung, was damit alles machbar sein könnte, präsentieren uns regelmäßig Filmsequenzen aus Hollywood. Ein beliebtes Sujet ist die demonstrativ zur Schau gestellte Analyse von Bildern aus Überwachungskameras. Man sieht dann zum Beispiel ein in großer Entfernung vorbeifahrendes Auto. Nachdem ein Computerprogramm dessen Kennzeichen tausendfach vergrößert hat, ist der Monitor nur noch mit riesigen, strukturlosen Pixelblöcken gefüllt. Soweit ist die Darstellung real. Technisch völliger Unsinn ist der darauf folgende Knopfdruck, mit dem das Kennzeichen klar lesbar wird.Aus dem Nichts, beziehungsweise aus groben Pixelblöcken detaillierte Informationen zu gewinnen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Da kann der Rechner auch noch so leistungsfähig sein. Digitales Nachschärfen ist eine Verstärkung vorhandener Information, die das Auge betrügt und ihm nur den Eindruck von Schärfe vorgaukelt.
Dieses Täuschungsmanöver ist aber so überzeugend, dass heute keine Digitalkamera mehr ohne zusätzliche Scharfzeichnung auskommt. Die damit verbundenen Probleme werden erst sichtbar, wenn man die Bilder nachbearbeiten will. Entsprechend bieten bessere Digicams auch einen Schalter zur Reduktion der integrierten Scharfrechnung. Da digitale Schärfe das Bild aber oftmals verbessert, stellt sich die Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Schärfen ist. Die Diskussion darüber ist akademisch. In der Praxis erweist sich eine Nachschärfung am Ende der Nachbearbeitung als die sinnvollste Lösung.
Hat man das einmal geklärt, gerät der Schärfungsumfang in den Fokus. Je nach Ausgabemedium ist ein anderer Schärfungsgrad optimal. Am Monitor darf es nicht zu viel sein. Beim Ausdruck auf einem Tintendrucker oder bei der Belichtung im Labor sollte man etwas stärker schärfen und im Offsetdruck muss man die Werte noch einmal deutlich höher ansetzen. Welche Werte das im Einzelnen sind, zeigt die individuelle Erfahrung. Prinzipiell gibt es keine falschen Einstellungen zur Scharfzeichnung eines Bildes – nur unangemessene. Wir wollen uns im Folgenden mit den verschiedenen Werkzeugen und Techniken zur Nachschärfung auseinandersetzen.
Schritt 2: Grundprinzip des Schärfens
Das Prinzip
Um das Grundprinzip der Schärfung zu verdeutlichen, nehmen wir ein Beispielbild, das an einem dunstigen Wintermorgen in Berlin entstanden ist. Durch die flachen Kontraste der ursprünglichen mit der Automatikfunktion belichteten Aufnahme erscheint das Bild verwaschen und unscharf. Eine Kontrastverstärkung mit dem Dialog „Helligkeit/Kontrast“ – von dem man wegen seiner schlechten Steuerbarkeit normalerweise die Finger lassen sollte – lässt das Ergebnis gleich brillanter und für das Auge schärfer erscheinen. Dieser Eindruck wird durch die nun auch besser erkennbaren Details der Wandstruktur unterstützt.
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