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Photoshop Tutorial: Fotomontage - Schlagschatten erstellen
Intro
In diesem Photoshop Tutorial erklärt Ihnen Doc Baumann, Profi von DOCMA, wie man einen Schlagschatten nachträglich erstellen und in ein Foto integrieren kann - echte Fotomontage eben.
Schatten werden in Montagen oft recht willkürlich verwendet. Beliebt ist vor allem das immer wieder propagierte Verfahren, Schlagschatten aus Objektumrissen abzuleiten. Warum das nicht wirklich funktioniert, zeigt Ihnen Doc Baumann.
Immer wieder ist zu beobachten, dass Digitalmonteure dankbar ein in vielen Web und Buch-Tipps vorgeschlagenes Verfahren umsetzen: Das Objekt, das den Schatten werfen soll, auf einer eigenständigen Ebene freistellen, darunter eine leere Ebene anlegen, dort die Pixel des Objekts als Auswahl laden, diese schwarz füllen und nach Belieben – möglichst an der Lichtquelle ausgerichtet – verzerren. Fertig ist der mehr oder weniger korrekte Schlagschatten. Das Problem dabei ist allerdings, dass er auf diese Weise niemals korrekt werden kann, nicht einmal näherungsweise; warum das so ist, erfahren Sie in diesem Artikel. Zugegebenermaßen fällt den meisten Betrachtern ein falscher Schlagschatten kaum auf, wenn er nicht gerade in eine offensichtlich falsche Richtung fällt. Aber wie seine Form eigentlich auszusehen hätte, kümmert kaum jemanden. Ich hoffe, wir sind uns einig, dass solch visueller Analphabetismus kein Maßstab für hochwertige Bildmontagen sein kann. Man muss also schon etwas mehr Arbeit in ein Projekt stecken, damit die optischen Projektionsbedingungen angemessen umgesetzt werden.
Die beste Vorgehensweise besteht sicherlich darin, den Schlagschatten eines Originalfotos zusammen mit dem schattenwerfenden Objekt direkt in die neue Szene zu übertragen und dann zu isolieren; die Übereinstimmung der Beleuchtungsrichtung sollte selbstverständlich sein. Wenn der Winkel nicht ganz genau identisch ist, kann man da ein wenig nachjustieren. Falls das einmal nicht möglich ist, zeige ich Ihnen im Folgenden ein manuelles Konstruktionsverfahren, mit dem Sie ermitteln können, wie ein Schatten ungefähr auszusehen hat. Damit das Bild am Schluss wie aus einem Guss wirkt, müssen schließlich auch Länge, Helligkeit und Farbe des Schattens stimmen. Diesen Fragen widmen wir uns kurz am Ende des Workshops.
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Schritt 1: Quader mit Schlagschatten
Dieses Bild ist eine vereinfachte Fotografie, die ein simples Objekt zeigt, einen Quader. Er steht auf einer waagerechten Fläche und wird von rechts stark beleuchtet. Aus der Art seines Schattenwurfs können wir bereits ablesen, dass das Foto wohl im Freien aufgenommen wurde: Die Ränder des Schlagschattens verlaufen parallel, also muss die Lichtquelle sehr weit entfernt sein. Bei einem Scheinwerfer in der Nähe würden die Konturen nach links hin auseinanderlaufen. Je weiter der Schatten vom Quader entfernt ist, um so mehr wird er durch diffuses Umgebungslicht aufgehellt, folglich ist er direkt neben der Standfläche am dunkelsten.
Schritt 2: Geometrie der Szene ermitteln
Diese Schattenaufhellung betrifft übrigens auch die Objekte selbst: Da der Quader auf einer weißen Fläche steht, wird seine im Schatten liegende, nach links weisende Fläche durch reflektiertes Licht aufgehellt. Für die folgenden Konstruktionen habe ich zwei Hilfsebenen angelegt: Auf der einen ist die Bodenebene von einem Gitter überlagert, das die perspektivische Orientierung erleichtert, auf der anderen helfen drei an der Bildperspektive orientierte Linien dabei, die verdeckten Kanten des Quaders und dessen hintere Ecke sichtbar zu machen. Der Einfachheit halber können Sie bei weniger aufwendigen Szenen die Perspektive notfalls unberücksichtigt lassen.
Kosten: gering
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Schwierigkeit: gering
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