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Guzuu im Interview: Philipp Sidler von Guzuu.com über den Marktplatz für Selbstgemachtes
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Seit Anfang 2009 gibt es sie, den erste Marktplatz für handgemachte Unikate aus der Schweiz. Auf guzuu.com kann man Selbstgemachtes direkt von den Kreativen kaufen. Man findet dort individualisierte und einzigartige Produkte und spezielle Geschenke für jeden Anlass. Guzuu unterstützt kreative Macher von Nischenprodukten, Künstler, Bastler und Designer, indem sie dort einen kostenlosen Online-Shop eröffnen können. Somit entsteht auf Guzuu.com ein Markt für Kreative und Kreatives. Die Idee kommt von der netnode IT services GmbH, einer kleinen Software-Firma aus der Schweiz. Unser Interview-Partner Philipp Sidler ist einer der Entwickler des sympatischen Projekts aus unserem Nachbarland.
Stell Dich doch bitte kurz vor. Wer bist Du und was macht Du?
Ich heiße Philipp, bin 28 Jahre jung, habe Angewandte Psychologie studiert und arbeite seit September ´09 als Community Manager bei Guzuu.com.
Zu meinen Aufgaben gehört die Betreuung und Unterstützung der Guzuu-Mitglieder, sowie die Anstiftung zum Aufstand gegen die Massenproduktion (Marketing).
Wie entstand Guzuu.com?

Ins Leben gerufen hat Guzuu.com Luc. Er hatte im Spätsommer 2007 eine Idee. Und zwar, dass es eine Art Shopsystem für selbstgemachte Produkte braucht.
Im Vordergrund stand am Anfang die Bewerbung von Produkten mit einer Webadresse, die man auf Flyer etc. setzen kann, damit das Produkt sofort und mobil erworben werden kann. In den folgenden Monaten reifte die Idee weiter und wurde immer konkreter. Im Sommer 2008 wurde dann mit der Programmierung begonnen. Mit dem Ziel, schnellstmöglich einen funktionierenden Prototypen zu haben, um das Konzept zu prüfen und zu verfeinern. Im November 2008 ging Guzuu.com online als private beta und die ersten Produkte wurden verkauft.
Vier Monate später, also im März 2009, wurde Guzuu.com veröffentlicht. Fünf Monate später kam ich dann zu Guzuu bzw. netnode IT hinzu. Denn Guzuu.com ist ein Projekt der netnode IT services GmbH. netnode ist eine kleine, feine Software-Schmiede aus dem Raum Luzern, die Webapplikationen entwickelt. Das aktuelle Team besteht aus Lukas Fischer, Pascal Arnet und mir.
Woher kommt eigentlich der Name Guzuu?
«Guzuu» bedeutet im Thailändischen «einzigartig». Und genau darum geht es bei uns. Einzigartige, handgemachte Produkte.
Was kann man auf Guzuu.com machen?
Auf Guzuu.com kannst du einen Online-Shop eröffnen. Und bekommst eine Menge tolle Tools, welche dir dabei helfen das eigenen Label zu pushen und deine Produkte zu vermarkten. Wie zum Beispiel ein Flyergenerator, Kundendatenbank, Newslettertool oder Online-Badges. Außerdem kannst du den Guzuu-Shop ganz unkompliziert auf MySpace, Facebook oder der eigenen Homepage einbauen.
Was macht ihr anders als eure Mitbewerber Dawanda und Etsy?
Mmhhh...nun ich kann dir sagen, welche Punkte für uns besonders wichtig sind.
Für uns war klar, dass wir den kreativen Menschen ein Shop-System anbieten wollen, welches bis zum Zeitpunkt eines erfolgreichen Verkaufs kostenlos ist. Diese Möglichkeit bietet der Basic-Account. Du bezahlst weder Einstellgebühren, noch für ein Abi.
Ausserdem verstehen wir uns weniger als Verkaufsplattform, wo du nur einen Online-Shop eröffnen kannst, um deine Produkte zu verkaufen. Sonder vielmehr als ein umfassendes Tool, um dein Label aufzubauen. Ein Bestandteil davon ist der Online-Shop. Doch ein Online-Shop alleine genügt nicht. Deshalb bieten wir verschiedenen Tools an und sind auch ständig darum bemüht, weitere zu entwickeln. Dies in Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern.
Was uns ebenfalls sehr am Herzen liegt, ist, dass auf Guzuu die Shops und deren Produkte im Mittelpunkt stehen. Es soll nicht um Guzuu gehen, sondern um die Menschen, welche Guzuu mit ihren Produkten ausmachen. Ich glaube, dies sieht man schon sehr gut, wenn man guzuu.com besucht. Die Seite ist dezent gehalten, übersichtlich und es sind die Produkte, welche im Zentrum stehen.
Gibt es einen Unterschied zwischen den einzelnen deutschsprachigen Märkten?
Im Bezug auf selbstgemachte Produkte glaube ich nicht, dass es große Unterschiede gibt. Bestimmt gibt es marginale Unterschiede. Da ich DIY als eine Bewegung sehe, denke ich, dass die Motive, etwas selber zu produzieren bzw. Selbstgemachtes zu kaufen, immer die gleichen sind. Also auf der einen Seite die Lust, selber etwas herzustellen, die Welt der Produkte etwas abwechslungsreicher zu machen, die Kreativität auszuleben, dies eventuell mit dem Traum, einmal davon Leben zu können. Auf der anderen Seite die Übersättigung von Produkten aus China, das Bedürfnis nach individuellen, einzigartigen Produkten und der Wertschätzung gegenüber Handgemachtem.
Der größte Unterschied zwischen den Märkten, jetzt aber ganz unabhängig vom Gegenstand, ist sicherlich jener, dass die Schweiz nicht in der EU ist. Ab diesem Frühling wird es dann aber auch auf Guzuu möglich sein, in Euro zu bezahlen. Nichts desto trotz dürfen wir auch jetzt schon kreative Menschen aus unseren Nachbarländern zu unseren Mitgliedern zählen.
Welche Do-it-yourself Projekte habt ihr als Gründer schon selber umgesetzt?
Ich selber verkaufe seit 2005 unter dem Label Lyocell Fine Art Photos.
Luc ist DJ und Labelgründer von Little Jig Records.
Habt ihr Tipps für Selbermacher die bei jedem Projekt helfen?
Also mein Tipp wäre: Übe dich in Geduld und verliere niemals die Freude. :o)
Zu banal und zen-mäßig? Aber meiner Meinung nach das Wichtigste.
Relativ ausführlich gehen wir dieser Frage in unserem kostenlosen ebook nach: "Leitfaden für deine eigene Marke".
Welche DIY Projekte haben euch bisher am meisten fasziniert?
Eine sehr schwer zu beantwortende Frage. Denn viele große Errungenschaften
haben ja quasi als DIY-Projekte begonnen. Eine Geschichte aus der Schweiz, welche mir
besonders gut gefällt und mir gerade present ist, da es auf Guzuu.com ein Interview mit ihnen gibt, ist jene der Gebrüder Freitag. Diese haben zuerst robuste und wasserfeste Taschen für sich selber entworfen. Und dann führte eines zum anderen. Ich finde aber auch das Projekt von Rica, 63 faszinierend. Sie war eine der Ersten, welche bei uns einen Shop eröffnet hat. Ihr Motto: "Lets bestrick the world". Finde ich super :o)
Wie seht ihr die Entwicklung der Do-it-yourself Bewegung für die nächsten Jahre?
Definitiv positiv. Denn die «Crafting» oder «Do-It-Yourself» Bewegung ist in den USA bereits riesig und die Internet-Verkäufe nehmen so stark zu, dass es nicht bloß eine Randerscheinung, sondern zu einem ernst zu nehmen Wirtschaftszweig wird. Ich denke, das Bedürfnis nach solchen Produkten steigt. Auch bietet das Internet mit den neuen Möglichkeiten nun vielen Menschen die Gelegenheit, ihre Produkte einfach und kostengünstig in die ganz Welt zu verkaufen.
Herzlichen Dank für das interessante und offene Interview!
Interviewempfehlung: Für Tipps bzgl. spannender Interviewpartner im EXPLI Blog sind wir sehr dankbar. Gerne per Kommentar oder Email.
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