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Leidenschaftliche Bastler: Interview mit Yvonne von fraeuleinwunderbar

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Leidenschaftliche Bastler im EXPLI Interview

Heute stellen wir Euch jemanden vor, der schon von klein auf getüftelt, gebastelt, aber vor allem gestrickt hat und allerlei Experimente mit Stoffen gemacht hat. Aus dem Schwabenlande erzählt uns heut die Yvonne von fraeuleinwunderbar.com ein bisschen was über sich und natürlich über ihre Arbeit.
Also Yvonne, dann stell dich doch erst einmal uns allen vor, damit wir wissen, wer du bist und wo man dich im Internet finden kann.

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Hallo Ihr Lieben, mein Name ist Yvonne, aber eigentlich bin ich das wahre "Fräulein Wunderbar" - wohl, mein Opa sollte es wissen...verheiratet bin ich mit einem ganz wunderbaren Mann und zusammen haben wir eine Tochter, die wirklich nicht zu toppen ist, ich weiß schon - das denken alle Eltern.
Nach dem Abi habe ich eine Ausbildung zur Bekleidungsschneiderin gemacht, im Anschluss daran das Studium zum Textilingenieur, Fachrichtung Weberei.
Auf dem Plan stand unbedingt ganz groß "Karriere machen", doch zum Glück kam mir unsere Tochter Pauline dazwischen und zeigte mir, was wirklich wichtig ist im Leben.
Ein Leben ohne das Ausspinnen und Herstellen von handgearbeiteten Lieblingsstücken ist für mich undenkbar. Zeichnen, stricken, häkeln, nähen, quilten,...am Liebsten würde ich alles auf einmal machen, leider gelingt mir das jedoch nicht.
Jedenfalls fällt es mir sehr schwer, z.B. im Urlaub mehr als einen Tag nur zu entspannen, ohne irgendetwas zu kreieren, Nadel und Faden, bzw.
Strickzeugs in den Fingern zu haben - was wäre das sonst für eine Zeitverschwendung?
Im Internet findet ihr mich auf meinem Blog und bisher sind wunderbare Produkte vom Fräulein bei DaWanda in meinem kleinen Shop zu finden.
Wer möchte, findet mich auch im Facebook.


Ok, sieht aus als könne man dich im Internet gar nicht übersehen und selber machen tust du ja richtig viel, aber könntest du uns vielleicht dein Hauptinteresse nennen, wenn es ums selber machen geht und auch ein bisschen historischen Background dazu?

Ich denke, ich kann nicht entscheiden, ob mir das Nähen oder das Stricken wichtiger ist.
Zum Nähen bin ich sicherlich vor allem über Opa Josef gekommen, der Heimschneider war. Als Kind habe ich es geliebt, viel Zeit in seiner Werkstatt zu verbringen und natürlich durfte ich im Geheimen bald an die Nähmaschine, obwohl Mama es sicher noch nicht erlaubt hätte. Mehr dazu ist zu lesen in meinem Dawanda Profil.
Stoffreste zum Tüfteln gab es immer und so entstanden erste Kissen...später nach einfachen Schnitten erste Kleidungsstücke. Die Schneiderlehre war eigentlich eine logische Folge und ich hoffe immer, dass Opa es irgendwie mitbekommen hat und mächtig stolz auf mich ist, denn miterleben durfte er es nicht mehr.
Mit dem Stricken hat mich wohl meine Mutter infiziert. Schon alleine den Einkauf von schöner Wolle habe ich geliebt, die vielen wunderschönen Farben und verschiedenartigen Garne und erst was daraus entsteht. Sobald ich stricken konnte, ging es mir nicht schnell genug. Kleidung für Barbie und Monchichi waren gut und schön, doch wollte ich unbedingt selbst Pullis oder Jacken für mich stricken und natürlich sollte es nicht zu leicht sein.... Ich weiss nicht, wieviel Taschengeld ich für Wolle ausgegeben habe...

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Und woher holst du dir die Ideen für deine Strickereien?

Manchmal weiss ich auch nicht, warum mich eine Idee "anfliegt".
Ein anderes Mal siehst du ein tolles Garn oder einen wunderbaren Stoff und hast sofort im Hinterkopf, was du alles daraus machen könntest. Auch Pauline bringt mich manchmal auf eine Idee oder eine Kindheitserinnerung ist Schuld daran, warum ein fertiges Produkt so oder so aussieht.

Viele Leute mögen denken dass ein Hobby, das man wie du, schon seit seiner Kindheit betreibt, auf Dauer langweilig werden mag. Gibt es irgendwas, das dich immer wieder aufs Neue antreibt, eine Idee in die Tat umzusetzen?

Na das Fräulein in mir natürlich - es will raus. Allerdings ist es zuweilen sehr schwierig mit ihr, es geht ihr immer zu langsam, ihre Ideen umzusetzen, außerdem ist sie sehr selbstkritisch und möchte den Kunden nur wunderbarste Ware liefern.
Das Feedback der Kunden - und ja, da waren schon so viele ganz besondere Menschen dabei - stachelt natürlich auch an. Manchmal denkt man schon an jemanden, zu dem ein neues Mützchen, ein Kleidchen oder wunderbarer Tüddelkram passen könnte. Es ist ein wirklich wunderbares Gefühl, wenn die Dinge, die mit Liebe und Sorgfalt entstehen, so gut ankommen...

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Sprichwort Kunden - du scheinst die Meinung der Leute für die du etwas anfertigst, dir wirklich zu Herzen zu nehmen. Kannst du mit dem Stricken und dem Nähen gutes Geld verdienen?

Den Traum von einem eigenen Lädchen, mit vielen selbstgemachten Lieblingsstücken, hatte ich schon als kleines Mädchen. Ein Hobby ist für gewöhnlich etwas, was man gerne, freiwillig, im besten Fall mit Hingabe macht -wie genial ist es dann, wenn man damit Geld verdienen kann? Wenn die Kunden von dieser Leidenschaft profitieren können?
Mein Baby "fraeuleinwunderbar" nehme ich sehr Ernst, auch wenn ich bisher nicht davon leben könnte, doch den Traum habe ich als Ziel fest vor Augen.
Wenn man etwas unbedingt erreichen will und wirklich all sein Herzblut und - na gut - auch eine Prise Verstand in die Sache legt, warum sollten sich Träume dann nicht erfüllen?

Jeder Bastler, Heimwerker oder "Strickvernarrte" wie du, hat etwas, auf das er ganz besonders stolz ist, ein Stück, das sich besonders von den Anderen abhebt. Was für eines ist das bei dir?

Da fällt mir zum einen eine Quiltdecke ein, die in einer ortsansässigen Gruppe entstanden ist. Vorbild war eine Amish-Vorlage. Alles wurde von Hand gequiltet, wie immer bei mir in Mini-Stichen - und das sehr üppig, da die Stoffe eben wie im Original einfarbig sind, wenn auch meine Farbauswahl eher untypisch war.
Stolz bin ich aber auch darauf, dass ich in unserem Haus erst kurz vor dem Einzug fast alle Wände 2x gestrichen und in mehreren Arbeitsgängen lasiert habe - an die Rückenschmerzen kann ich mich noch sehr gut erinnern...

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Tüftler und Bastler tauschen sich gerne aus. Wie machst du das?

Natürlich über die vielen Blogs, teilweise auch über Nachrichten (DaWanda oder Facebook) und am Telefon, wenn Zeit dafür ist.

Jeder der von uns interviewt wird, wird von uns zum Schluss gebeten, eine Empfehlung abzugeben für einen zukünftigen Interviewpartner. Wen würdest du uns voschlagen?

Also einige, die mir spontan einfallen, wurden schon interviewt oder zumindest genannt und ich nenne nur zwei, sonst vergesse ich doch immer nochmal eine(n), die/der enttäuscht wäre.
Es lohnt sich auf jeden Fall bei Andrella , bei Nicole und bei
Wiebke nachzufragen.

Klasse! Yvonne, wir danken dir für deine Zeit und deine Antworten!


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